Extrem Rückung hinter Kempten. Die Fotos zeigen die extremste Rückung, die ich in meiner beruflichen Laufbahn als Holzfäller und Holzrücker im Jahre 1983 hinter Kempten durchgeführt habe.

Zum besseren Verständnis und Illustration dieser extremen Holzrückung zwei Grafiken der Geländesituation. Es ging darum einen Kahlschlag auf einer Waldinsel durchzuführen, die vollkommen umschlossen war von sehr tiefen Gräben, im Allgäu sagt man dazu Tobel. Es gab keine Brücke oder eine andere Möglichkeit auf diese Waldinsel mit Holzrückemaschinen zu gelangen. Da die Waldinsel sehr groß war hätte man auch nicht die Bäume mit Ihrer fallenden Länge über die Gräben fällen können. Ich schaute mir das Gelände an und kam auf die abwegige Idee mit dem Langholz eine Brücke über den tiefen Graben zu bauen, um dann anschließend mit meinen uralten Rückemaschinen, einem Hanomag 900 AS Robust und einem Forstunimog über diese natürliche Brücke auf die andere Seite zu fahren.

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Die Idee war das Eine, die Umsetzung das Andere. Der Job musste im Winter erledigt werden, denn die umliegenden Wiesen waren sehr feucht und die Maschinen wären versackt. Nachdem der Holzeinschlag auf der Waldinsel erledigt war machte ich einen Plan wie wir die Brücke aus Stammhölzern umsetzen könnten. Das erste Problem war die Frage nach der Menge der Stämme, die übereinander gestapelt ausreichen würden, eine stabile Brücke zu bilden. Eine Schätzung war schwierig und ich lag ziemlich daneben, denn nach der Umsetzung hatten wir ca. 140 FM (Festmeter/Kubikmeter) Langholz in den Tobel versenkt. Weiterhin wusste ich das übereinanderliegende Stämme im frostigen Winter bei Druck von Oben, also unter der Annahme das eine 2,5 Tonnen schwere Forstmaschine über die Stämme fährt diese auseinander drücken würde. Dies würde eine sehr gefährliche, lebensbedrohliche Situation nachsichziehen. Die Lösung sind seitliche Waldbäume, die ein auseinanderdrücken verhindern. Zum Glück standen am Tobel sehr starke Eschen und Buchen, die wir als “Pfosten” nutzen konnten. Man sieht es am ersten Foto sehr gut wie die stehenden Bäume (siehe Nr. 1) der Brücke halt geben.
Beschreibung der einzelnen Phasen der Aktion
Reinziehen der Stämme in den Tobel: Es dauerte Tage die 140 FM Langholz in den Tobel zu ziehen und die einzelnen Stämme so zu plazieren dass man mit den Holzrückmaschinen über den Graben fahren konnte. Die ersten Lagen an Stämmen fielen in den Graben und stachen mit den Spitzen, so wie in der Grafik zu sehen, ein.Nachdem Sie eingestochen waren hängten Sie wir Sie neu ein und zogen Sie hoch, bis die ersten Lagen einen Untergrund ergaben.
                     
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Die Stämme mussten eben zur Bodenfläche liegen, das bedeutete Stämme mit unterschiedlichem Durchmesser, mal mit der Baumspize nach vorne oder hinten zur Fahrtrichtung zu plazieren. Ich erinnere mich sehr gut an die erste Überfahrt, eine halsbrecherische Aktion, ganz langsam vorwärtsfahrend gaben die Stämme nach so dass wir zuerst rücksetzen mussten um noch weitere schwächere Stämme auf die natürliche Brücke zu ziehen. Erst beim zweiten Anlauf klappte es und wir konnten beide Maschinen auf die andere Seite auf die Waldinsel fahren. Nach mehreren Überfahrten begann der Druck auf die seitliche stehenden Bäume, die unseren Brücke am Auseinanderdriften zu gross zu werden und Sie begannen sich zu neigen und drohten umzukippen.
Deswegen änderten wir unsere Arbeitsweise und rückten die Stämme an die Brücke an, ohne darüber zufahren. Wir zogen die Seile rüber und zogen nur die Stämme über die gefrorene Stammholzbrücke, was sehr gut funktionierte.

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Entwurf  Psychoide Fraktale in Arbeit, eine Rohfassung des Buchprojektes kann ggf. übersandt werden.

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             “Autobiografie & Retrospektive”        Rolf-Dieter Lenkewitz

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