“Autobiografie & Retrospektive”        Rolf-Dieter Lenkewitz

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Antwort Email von  WIWO          --->

 

Sehr geehrter Herr Lenkewitz,
 
schönen Dank für Ihre (äußerst fachkundige) Zuschrift.

Ich möchte jetzt nicht en Detail auf Ihre Anmerkungen eingehen,
sondern habe stattdessen eine WiWo-Geschichte vom vergangenen
Herbst beigefügt, nach deren Lektüre Sie sicher erkennen können,
dass wir Ihre Einschätzungen teilen (s.u.). Nur kurz: Sie haben völlig recht,
die Notenbanken werden die Probleme kaum "wegtendern" können,
dafür ist das Volumen "virtuellen Geldes" viel zu groß.
 
Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Spaß mit der WiWo

 

Christof Schürmann

 

WirtschaftsWoche

 

Christof Schürmann

 

Ressort Geld

 

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 (RDL 2) 

-----Ursprüngliche Nachricht an WIWO-----


Von: rolf_ocmts_de [mailto:r.lenkewitz@ocmts.de]
Gesendet: Montag, 17. September 2007 09:42
An: Schürmann, Christof
Betreff: Ihr Artikel WIWO Wenig Chancen für Notenbanken

 


Was mir in der Berichterstattung fehlt!
 
Sehr geehrter Herr Schürmann,
Ihr Artikel hat mir sehr zugesagt, bitte erlauben Sie mir
in diesem Kontext darauf aufmerksam zu machen dass die
Berichterstattung wichtige Fragen und Faktoren ausklammert.
 
Mich würde sehr interessieren inwieweit die nachfolgenden
Informationen Bestandteile Ihrer redaktionellen Arbeit sind.
 
In der fortgeschrittenen Optionspreistheorie der Derivate werden
3 Formen von Ausgleichzahlungen genannt:
 
Formen der Ausgleichszahlung
 vorher definierter Betrag,
dessen Höhe im Hinblick auf die Besicherungsquote oder den
geschätzen Payoff im Konkursfall festgelegt wird; in 3% der Fälle
 
 Cash settlement (100% - Recovery Rate), d.h. Auszahlung der
Differenz zwischen dem Marktwert des Underlyings (ohne Credit
Event) und dem Marktwert, der sich nach Ablauf einer bestimmten
Frist nach dem Credit Event einstellt; in 24% der Fälle
 
 Kontrahent nimmt den Schuldtitel zum Nennwert entgegen (physische
Lieferung); in 73% der Fälle

 

Bei geschätzter globaler Derivatensummen von $500 Trill. Notional Value,
also berücksichtigt dass Trillion /Engl.  = Billion
sind es
500 Billionen USD  = 500 000 Milliarden USD
die theoretisch zur Disposition stehen.
 
Lt. diversen Aussagen sind bisher ca. 6000 Milliarden Verlust in der Krise
entstanden. Viele US-Experten sprechen davon dass erst 10% der Krise
eingetreten sind, das wird jüngst auch von Greenspan ähnlich formuliert.
 
Wieviele Milliarden sind bisher von den Notenbanken getendert?
 
Selbst wenn nur z.B. 25% der 500 Billionen USD ausfallen kann diese
Summe nicht mehr in praktikabler Form mit frisch gedrucktem Geld
ausgeglichen werden.
 
Auch die Experten, jüngst Mr. Hank Paulson verweist auf die Komplexität
der fortgeschrittenen Investmentptodukte. Es wäre daher eine sehr herausfordende
Aufgabe zu berechnen wieviel genau davon auf Grund der Entwertungen / Herabstufungen
im Rating fällig werden.
 
Das Kuriose dabei ist ja auch der Faktor -elektronisches Buchgeld-,
also virtuelles Geld, nur noch basierend auf Vertrauen, durch keinen
gebundenen Goldstandard mehr gedeckt.
D.H. hinter den Finanzkonstrukten steht eigentlich nichts anderes als
der Zauberer, der Oberzocker der aus dem Nichts Geld erschafft.
Nun wird in einer globalen Größenordnung nicht mehr vorhandenes Geld
eingefordert.
 
Diese Zusammenhänge und Fragen werden zu wenig erörtert.
 
Weitergehend würde ich sagen, wirkliche Auslöser sind nicht
die Amerikaner in der Subprime-Immobilienkrise sondern das System
selbst, das immer mehr ungedecktes Geld produziert und die Staaten,
die immer mehr von diesem wertlosen Geld ausgeben um Ihre Ziele
zu finanzieren. Auf Grund der Inflation und der Höhe Ihrer Ausgaben
erheben Sie immer Steuern und indirekte Abgaben und die Bürger
am unteren Ende haben nun in den USA die Domino-Kettenreaktion
ausgelöst.
 
Ich halte es für undenkbar das die von Investment-Mathematikern entwickelten Finanzprodukte
für die Zukunft bestand haben, Sie dienen zuwenig der Allgemeinheit und
gefährden den sozialen Frieden. Die Frage ist ob die Menschen in der Lage sein werden
die Systeme zu reformieren.
 
Noch etwas: Wenn man diese und anderen Informationen berücksichtigt dann ist die
Wahrscheinlichkeit eines globalen Crashs in nie gekannter Größenordnung sehr
wahrscheinlich, ich finde es daher erschreckend wie unwissend die Politiker reagieren
und wie wenig die deutschen Medien darüber berichten (Thema Vorsorge, Schutz der
Bevölkerung).
 
Ich beschäftige mich seit 2001 mit Wirtschaftsfragen und Finanzinstrumenten.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Rolf D. Lenkewitz
Informatiker und Freischaffender Künstler

 

 

Entwurf  Psychoide Fraktale in Arbeit, eine Rohfassung des Buchprojektes kann ggf. übersandt werden.

Bitte nehmen Sie zu mir Kontakt auf

r.lenkewitz@ocmts.de